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Sonntag, 15. März 2009

Wissenschaftliches Arbeiten

Zu dem Buch Wissenschaftliches Arbeiten für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler von Claus Ebster und Lieselotte Stalzer gibt es eine Companion-Webseite der Lehrstuhls für Marketing der Uni Wien.
Dort gibt es acht Video-Tutorials zum Thema, alle zwischen 8 und 10 Minuten lang.
  1. Wie vermeide ich die sieben Todsünden des wissenschaftlichen Schreibstils?
  2. Wie zitiere ich richtig?
  3. Wie suche ich online nach Literatur?
  4. Wie bewerte ich Literaturquellen?
  5. Wie vermeide ich Plagiate?
  6. Aus welchen Teilen besteht meine Arbeit?
  7. Wie setze ich Visualisierungen richtig ein?
  8. Wie präsentiere ich meine Arbeit?

Freitag, 6. März 2009

...ich bin auf der Seite der Schüler....

meinte Bernd Schilcher (Bildungsexperte) und Verfechter der Ganztagsschule.
  1. Ich auch. Ich habe zwei schulpflichtige Kinder.
  2. Und auch auf der Seite der LehrerInnen. Ich bin Lehrerin.
  3. Und auf der Seite der Eltern. Ich bin Mutter.
  1. Ich wünsche mir für meine Kinder die beste Schule. Mit dem 50-Minuten-Unterricht kann es nicht immer getan sein, oft würde das richtige Arbeiten dann erst beginnen. Es wäre auch gut, wenn die LehrerInnen leichter und täglich für die SchülerInnen erreichbar wären, vor allem wenn es um Organisation geht, die nicht direkt mit dem Unterricht zu tun hat. Ich glaube, auch die meisten Kinder hätten gerne eine intensivere Beziehung zu ihren LehrerInnen.
    Was meine beiden nicht wollen: die Ganztagsschule, aber die kennen sie ja auch nicht.
  2. Ich wünsche mir für uns LehrerInnen die beste Schule. Manchmal ist es ganz schön anstrengend zwischen Klassen und Fächern innerhalb weniger Minuten zu switchen. Da ich Deutsch und Informatik unterrichte, verbringe ich relativ viel Zeit in der Schule. Deutsch ist immer vormittags, Informatik (vor allem die Wahlpflichtfächer und die unverbindlichen Übungen) immer nachmittags. Ich brauche die "Freistunden" dazwischen, um zu gewährleisten, dass in meinem Computerraum immer alles funktioniert und dass meine vorbereiteten Dateien, mit denen meine SchülerInnen lernen und arbeiten sollen, auch im System vorhanden sind.
    Korrekturen und Vorbereitungen für Deutsch mache ich zu Hause und stelle meinem Arbeitgeber - zumindest teilweise - einen Arbeitsplatz und einen PC, die ich beide nicht bei der Steuer absetzen kann, zur Verfügung. Vorteil dabei: ich kann arbeiten, wann ich will - auch um Mitternacht ind am Sonntag ;-).
    Seit meine Kinder am Nachmittag auf sich selbst aufpassen können, erscheint mir ein Arbeitsplatz in der Schule immer verlockender, denn das, was am LehrerInnenSein so richtig schön ist, ist die Arbeit mit den Kindern!
  3. Nahtloser Übergang: "seit meine Kinder auf sich selbst aufpassen können" - war gar nicht so einfach, die Zeit zwischen 13.00 und 15.00, wenn ich wusste, die zwei sind schon daheim - und ich noch nicht! Danke, dass es damals schon Handys gab. Danke für die Nachbarin, die im Notfall bereitgestanden hätte. Danke Kinder, dass ihr nichts angestellt habt. Dauernd schlechtes Gewissen, und so schnell nach Hause, wie es ging!
    Wär schön gewesen, wenn wir gemeinsam ausgehabt hätten!

Freitag, 27. Februar 2009

Lehrerin sein ...

... ist für mich seit ein paar Tagen nicht so einfach.
Ich mag meine Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen richtig gerne und eines meiner Hobbies ist es, meine Unterrichtsmethoden und Inhalte dauernd zu optimieren. Ich besuche so viele Fortbildungen, wie es meine Zeit erlaubt, und studiere seit einem Jahr berufsbegleitend an der Donau-Universität Krems. Der Lehrgang trägt den schönen Titel eEducation und hat Didaktik, Medien, Technologien, Psychologie, Wissenschaftstheorie und die Umsetzung für den Unterricht zum Inhalt.
In meinen Klassen stehe ich 18 Stunden in der Woche, da eines meiner Fächer Informatik ist, lerne ich laufend dazu, um aktuell zu bleiben.
Ich bekenne mich dazu, dass mir das Ganze auch Spaß macht und kann und will die Stunden nicht zusammenzählen, die ich in der Woche - auch in den Ferien - damit verbringe.
Nun ja. Seit vorgestern, Mittwoch, den 25. Februar, ist mein Selbstbild nicht mehr das gleiche. Offensichtlich reicht es nicht engagiert und motiviert zu sein und gute Arbeit zu leisten, ich muss ab Herbst zwei Stunden mehr in Klassen verbringen und meine Vorbereitungszeit effektiver gestalten, meint die Unterrichtministerin. Und diese ihre Entscheidung teilt sie den Medien mit, über die ich es erfahren habe. Klar meint sie nicht mich persönlich, aber ich wusste bisher nicht, wie wenig meine Arbeit (und die meiner vielen KollegInnen) wertgeschätzt wird. Das Lehrerbild wird ja schon seit Jahren immer weiter demontiert, aber die jetzige Ministerin schien bisher da zumindest neutral. Und trotzdem fühle ich mich jetzt in keiner Weise mehr wertgeschätzt, demotiviert und bin deswegen verärgert - das passt nicht zu meinen Vorstellungen, wie Leben und Arbeit stattfinden soll.
Über alles kann diskutiert werden, aber in einer sogenannten Demokratie sollten Entscheidungen, die die Arbeitswelt so vieler Menschen betreffen, nicht in dieser herablassenden Art und Weise kommuniziert werden. Das ist ein Vorwurf, den ich Claudia Schmied mache.
Am Donnerstag war ich wieder bei meinen SchülerInnen im Klassenzimmer: Das entschädigt für vieles!